Vor allem bei Kindern…
Jeder Sportler verfolgt Ziele. Egal ob im Freizeit- oder im Leistungssport, ob im Laufsport oder den Spielsportarten, ein gewisser Leistungsgedanke spielt in jeder Sportart eine Rolle. Meistens steht das Erreichen bestimmter Ziele in direktem Zusammenhang mit einem Wettkampf. Jeglicher Trainingsfleiß, der Ehrgeiz sich zu Verbessern, soll durch den Wettkampf bestätigt und gewürdigt werden.
Dementsprechend groß sind dabei meist der Druck und der psychische Stress, der dabei auf dem Sportler lastet. Dabei spielen sehr viele Faktoren eine Rolle. Druck kann von außen kommen, und ganz verschiedene Gesichter haben: Trainer, Mitspieler, Konkurrenten, Familie und Verwandte die ganz unterschiedliche Ansprüche und Erwartungen an den Sportler richten. Druck kann aber auch von Innen kommen. Jeder Sportler setzt sich noch zusätzlich selbst unter Druck seine Ziele zu erreichen, sich für seinen Aufwand zu belohnen. Somit stehen der äußere und der innere Druck in direktem Zusammenhang zueinander.
Resultat daraus sind Konzentrationsschwierigkeiten und die Angst zu Versagen. Dadurch sinkt das Selbstvertrauen jedes Sportlers und damit auch seine Leistung, denn das Herzstück eines erfolgreichen Sportlers ist sein Selbstvertrauen!
In der Psychologie spricht man im Zusammenhang mit diesem Druck vor allem von „Arousal“ (Aktivation, Intensität von Verhalten). Danach kann einen Sportler dann seine optimale Leistung abrufen wenn dieser Zustand („Arousal“) optimal ist. Ist dieser Zustand zu niedrig, sprich, man ist zu wenig aktiviert durch Ehrgeiz und Druck, kann man genauso wenig eine gute Leistung erbringen wie bei zu starkem Druck und Stress.
Die Schwierigkeit besteht hier also im Finden des optimalen, individuellen Erregungszustands. Diesen kann sowohl der Sportler versuchen im Laufe der Zeit für sich selbst zu finden, aber gerade der Trainer, sein Fingerspitzengefühl und die pädagogische Erfahrung sind hier gefragt!
Gerade wenn es um die sportliche Ausbildung von Kindern und Jugendlichen geht, muss hier ganz wichtige Arbeit geleistet werden um deren Entwicklung zu fördern und eben nicht durch zu viel Druck und Stress ihre Fähigkeiten zu hemmen. Speziell die heutige Zeit bringt bereits sehr viel Druck mit sich. Die Medien sorgen dafür dass sich jedes Kind selbst unter Druck setzt, sich an Anderen misst und versucht diesen Erwartungen gerecht zu werden. Man möchte Bestätigung, Anerkennung von Eltern, Mitspielern und Trainer und zusätzlich am besten Erfolg in seiner Sportart. Somit ist der Druck hier bereits immens, ohne dass der Trainer noch zusätzliche Aufgaben oder Ansprüche anmeldet. Hier sollte deshalb versucht werden den Kindern Druck und Stress zu nehmen, indem man Ihnen Sicherheit gibt, nackte Ergebnisse in den Hintergrund stellt und Ihnen Fehler zu jeder Zeit zugesteht um Ihren Spaß am Sport weiter zu fördern. Kinder können so lernen ihre eigene Leistung besser einzuordnen und messen sich nicht nur an Resultaten und dem Feedback der Eltern. So können sich Kinder besser und geschützter entwickeln bis ihre Persönlichkeit gefestigt ist. Da heute zumeist das „Arousal“, der Druck eines Kindes, durch die genannten Faktoren, einfach zu hoch ist, ist es umso wichtiger für Trainer, Übungsleiter und Ausbilder, dieser Entwicklung entgegen zu wirken um so einen optimalen Zustand für die jungen Sportler zu schaffen, damit diese Ihre Leistungsfähigkeit auch voll abrufen können.
Der Umgang mit Druck und Stress im Sport spielt durch die gesellschaftliche Entwicklung eine immer größere Rolle. Dabei sind Sportler und Trainer gleichermaßen gefordert, damit die Trainingsarbeit genauso wie die Weiterentwicklung von sportlichen Fähigkeiten, nicht durch den falschen psychologischen und pädagogischen Umgang mit dieser Problematik gehemmt oder gar verhindert werden.
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