Achtung, Papas! Zu viel Ehrgeiz kann viel zerstören

Jeder weiß wie schnell Kinder im Alter von vier bis ca. 13 Jahren regenerieren. Der Stoffwechsel ist sehr schnell, so daß alle Zellen im Körper schnell ausgetauscht werden können.  Aus diesem Grund können Kinder den ganzen Tag Fußball spielen ohne dass die Muskulatur, wie es bei Erwachsenen der Fall ist, übersäuert. Kinder ermüden nur im Kopf.
Wenn die Kinder es selber möchten, könnten Sie also jeden Tag trainieren. Da die Kinder aber Ihre Schule bewältigen müssen und nebenbei noch Freunde haben, sollten die Kinder nicht häufiger als drei Mal die Woche trainieren.
Kinder, die die ganze Woche von einem Termin zum nächsten rennen und jeden Tag Leistung bringen müssen, frustrieren. Die Folge ist, daß die Frustrationsschwelle sinkt. Auch Kinder können gestresst sein.
Dazu müssen wir uns die folgende Frage stellen:
Warum spielen Kinder Fußball?
Kinder wollen (neben Spaß) Anerkennung von Ihren Eltern, Ihren Freunden und Ihrem Trainer. Oft glauben wir, dass die Kinder nur durch genügend Druck besser werden. Die Kinder kämpfen in jedem Spiel und in jedem Training um Anerkennung. Geben wir den Kindern diese Anerkennung nicht, so strengen sie sich im ersten Moment noch mehr an. Bekommen sie  die Anerkennung dann immer noch nicht, so frustrieren die Kids. Die Folge ist, daß sie sehr schnell zu weinen anfangen oder gar ausrasten und einen anderen Spieler verletzen.
Oft fallen die Kinder, durch zu wenig Lernzeit in der Schule ab. Die Folge ist, dass sie schlechte Noten bekommen und deshalb noch mehr tun müssen in Sachen Nachhilfe. Der Stressfaktor nimmt weiter zu. Folgen von Stress (engl.: Druck, Anspannung; lat.: stringere: anspannen) in Schule und Sport führen dazu, dass die Kinder nicht mehr so gut schlafen können, und damit die Leistungsfähigkeit immer weiter abnimmt. Die Kinder stagnieren und machen trotz häufigem Training keine Fortschritte mehr. Wir sprechen auch bei Kindern von Burnout.
Die Grundlage für optimales Trainingsförderung der Kinder beginnt also in der Schule. Gute Noten motivieren und geben Selbstvertrauen. Dies beflügelt auch im Fußball und wird häufig unterschätzt.
Dazu benötigen die Kinder Lernzeit.
Der zweite Baustein ist das Selbstvertrauen der Kinder durch regelmäßiges Loben.
Der dritte Baustein ist das Fernhalten von Druck. Druck schadet den Kindern, sie geben eh Ihr bestes um Anerkennung von uns zu bekommen!!!
holding hand
© Nik Frey – Fotolia.com
David NiedermeierDieser Artikel wurde am 15.Juni 2010 von geschrieben. Mehr über David Niedermeier: Ich bin 32 Jahre alt und spiele seit ich fünf Jahre alt bin leidenschaftlich Fußball. Mit 18 Jahren durfte ich in der U 18 vom TSV 1860 München spielen und erste Erfahrungen auf professionellem Niveau im Fußball sammeln...


4 Antworten: “Achtung, Papas! Zu viel Ehrgeiz kann viel zerstören”

  1. Reinhold sagt:

    Wie sollen die Kinder denn lernen, wenn man ihnen nicht mal zeigt wo´s lang geht. Das Leben ist hart und da müssen sie auch durch. da kann zu viel ehrgeitz nicht schaden! Oder Herr Nidermeier?

  2. Matias Blasenbreu Spielmacher sagt:

    @ Reinhold: Ehrgeiz ist nicht das was schadet und es steht auch nirgends dass man wenig Ehrgeiz haben soll. Nur Kinder mit 9 Jahren brauchen keinen Druck um zu lernen sondern eine gesunde Mischung aus Lob,Kritik,Druck und Spass, und genau das sagt dieser Artikel aus

  3. @ Reinhold: Ich selbst bin auch der Meinung, dass Kinder klare Regeln brauchen und dass diese konsequent eingehalten werden müssen.
    Das Leben ist hart, da gebe ich dir absolut recht. Genau aus diesem Grund müssen wir unsere Kinder mit Selbstvertrauen ausstatten, damit Sie später besser zurecht kommen. Der Ehrgeiz vieler Erwachsener führt dazu dass die Kinder Angst vor Fehlern oder Versagen haben. Was meinst du wo der Begriff Prüfungsangst herkommt??

  4. Gunnar89 sagt:

    Moin moin

    Wirklich hilfreicher Artikel. Ich frage mich nur wo Du die Grenze zwichen Druck ausüben und “Anstacheln” und Loben ziehst. Das oft genannte Fingerspitzengefühl versagt manchmal einfach weil man die Kinder in der Woche nur 2 Stunden sieht.

    Grüße,
    Gunnar

  5. [...] Achtung Papas, zu viel Ehrgeiz kann viel zerstören! [...]

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