Epidemiologie akuter Verletzungen und Überlastungssyndrome im Sport

Typische Verletzungen und Überlastungen bei Kindern/Jugendlichen und Senioren

Was genau ist eigentlich Epidemiologie?
Das ist die Wissenschaft der Analayse und Darstellung der Verteilung und Ausbreitungsmodalitäten von Krankheiten bzw. Gesundheitsstörungen in bestimmten Bevölkerungsgruppen und der Unfallhäufigkeit bei bestimmten Gruppen.
Einblick in die Entstehung von Gesundheitsstörungen:
International rechnet man mit rund zwei Sportverletzungen auf 100 Sporttreibende pro Jahr
Abhängig von Sportart, Alter, Geschlecht, Häufigkeit und Dauer der sportlichen Belastung, Trainingszustand, Wetter, Bodenverhältnisse und den technischen Bedingungen.
Schweden hat mit 7% eine unter-, die Türkei mit 14% eine überdurchschnittliche Verletzungsquote im Sport.
Ursachen:
Ungeübtheit, Ungeschicklichkeit, mangelndes Training
1/5 durch Ermüdung und Anstrengung
Ungenügendes Warm-Up
Exogene Faktoren, wie Gegner, schlechte Bodenverhältnisse
Altersverteilung:
37% der Verunfallten sind unter 22 Jahre
32% der Verunfallten sind 23-32 Jahre alt
15% der Verunfallten sind 33-42 Jahre alt
16% der Verunfallten sind über 42 Jahre
Geschlecht:
Allgemeine Unfälle: m 70%, w 30%
Sportunfälle: jeder 41. sporttreibende Mann und jede 44. sporttreibende Frau haben im Jahr einen Sportunfall
Leistungssport: Unfallquote von 214 untersuchten Leichathleten ergab: m 21%, w 37%
Sportarten
Je nach nationaler Eigenart sind länderweise die einzelnen Sportarten verschieden am Unfallgeschehen beteiligt. z.B. Schweiz:
1. Stelle: Unfälle im  Ballsport
2. Stelle: Skisport
3.Stelle: Turnen, Athletik
Verletzungsart
Saarland: von 2728 Verletzungen sind
79% Prellungen und Geweberisse
15% Knochenbrüche und Meniskusschäden
6% offene Wunden
Schweiz:
42% Zerrungen und Stauchungen
24% Prellungen und Quetschungen
11% Frakturen
9% offene Wunden
2% Luxationen
12% Sonstige
Sportverletzungen allgemein
3/5 aller Sportverletzungen betreffen das Bein, ¼  die Arme
Beim Skisport: ¾ Arme
Boxen: 55% Arme, 6% Beine, Rest betrifft Kopf und Rumpf
Wurf-, Stoßdisziplinen und Handball: hauptsächlich Schultergelenk betroffen
KINDER UND JUGENDLICHE
Regelmäßiges Training von Jugendlichen und Kindern wird im Sport immer mehr zur Regel
Prinzipiell gilt:
Es soll Spaß machen!
Kein schmerzhaftes, hartes Training!
Prinzipien des Trainings bei Erwachsenen sind nicht übertragbar auf ein Kindertraining.
Auswirkungen des Sports aus Sicht des Orthopäden lassen sich in 3 Gruppen zusammenfassen:
Auswirkung auf die Entwicklung des Muskel- und Skelettsystems
Verletzungen in Folge von Unfällen
Verletzungen in Folge von Überlastung
Auswirkung auf die Entwicklung
Normalerweise gute Anpassungsfähigkeit des Muskel- und Skelettsystems
Zu einseitige Belastung kann zu dauerhaften Veränderungen führen
z.B. Tennisspieler: Skoliose
Traumatische Verletzungen:
Epiphysenfugenverletzungen
Olecranonfraktur
Schenkelhalsfraktur
Humerusfraktur
Radiusfraktur
Grünholzfraktur
Gelenkknorpelverletzungen
Epiphysenfugenverletzungen:
Längenwachstum des Skeletts findet in den Wachstumszonen oder Epiphysenfugen statt
Epiphysenfugen während der Pubertät und gegen Ende der Wachstumsphase am schwächsten
Epiphysenfugenknorpel sind schwächer als normale Sehnen und Bänder
Olecranonfraktur
Direktes Trauma: Schlag oder Sturz auf das gebeugte Ellenbogengelenk
Plötzliche Anspannung des M. triceps führt zu einem Abriss des Olecranons
Klinischer Befund: tastbarer Spalt durch Zug des M. triceps brachii, fehlende Kraft bei Streckung des Armes und schmerzhafte Bewegungseinschränkung
Schenkelhalsfraktur
Direktes Trauma durch Sturz auf den Oberschenkel bzw. Hüfte
Je steiler Linie (Einteilung nach Pauwels), desto schlechter Auflagefläche, schlechtere Heilung
Grünholzfraktur
Charakteristisch für kindliche und jugendliche Frakturen
Winklige Abknickung/ verkürzende Stauchung des Knochenschaftes im weitgehend unversehrten Periostschlauch
Prädilektionsstellen für Grünholzfrakturen: Radius, Ulna, Unterschenkel, Oberschenkel supracondylär, aber auch an Plattenknochen, wie Wirbelkörperkompressionsbruch, Schulterblattknickung, Rippenbrüche
Gelenkknorpelverletzungen
Gelenkknorpel bei Jugendlichen hat geringere Zugbelastbarkeit als bei Erwachsenen, daher empfindlicher
Femuropatellares Schmerzsyndrom (Skifahren)
Osteochondrosis dissecans (geschädigter Anteil von Knochen und Gelenkknorpel bricht aus, löst sich und bewegt sich frei im Gelenk)
Überlastungen
Stressfraktur
Skoliose
Epiphysiolysis capitis femoris
Stressfrakturen
Einseitige, große und intensive Belastung
Häufig wiederholte Bewegungen
Hohe Belastung mit hoher Frequenz
Am häufigsten in unteren Extremitäten: Mittelfußknochen, Tibia, Fibula, Femur, Hüfte und Beckenknochen, sowie den Wirbelkörpern
Kein Ruheschmerz, nur Belastungsschmerz
Epiphysiolysis capitis femoris
Erfolgt im präpuberalen Alter, mit doppelter Häufigkeit bei Knaben
Veränderungen treten meist doppelseitig auf
Generell gilt oft: Früherkennung verzögert  spätere Prognose verschlechtert
SENIOREN
Mit zunehmendem Alter nimmt Anpassungsfähigkeit des Organismus ab
Muskelkraft und Kontraktionsgeschwindigkeit lassen nach.
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DVDFussballtrainerDieser Artikel wurde am 15.Juni 2010 von geschrieben. Mehr über DVDFussballtrainer: Einfach besser Fußball spielen. Die renommierte Münchner Fußball Schule und die oinkfilm Filmproduktion entwickelten die Marke „DVDFussballtrainer“ um sowohl Spieler als auch Trainer täglich besser werden zu lassen...


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